Saturday 18th November 2017,
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CRACK – Die Teufelsdroge

Bergmann Matthias 14. März 2012 Drugs + Crime Keine Kommentare
CRACK – Die Teufelsdroge

Was ist eigentlich CRACK?

Klar, Crack ist eine Droge … aber woher kommt sie und was bewirkt sie? Und wieso wird Crack oft als die verheerendste aller Drogen bezeichnet?

Herstellung:
Crack wird in kleinen Laboren aus den Überresten der Kokainraffination, Wasser und Natriumbikarbonat zusammengemischt, zum Sieden gebracht und anschließend abgekühlt und gefiltert. Als Filterrückstand bleiben die weißen Steine, das Crack, was nur noch auf Verkaufsgröße geschnitten werden muss. Eine denkbar einfache Prozedur, denn Natriumbikarbonat war nichts anderes als Backpulver und wird von den Drogenlaboren völlig legal im Großhandel eingekauft. Um die Droge noch billiger herzustellen, vermischt man sie mit Kalkhydrat und Fermenten. Auch Benzin oder Koffein wird zugemischt. Die gesundheitlichen Nebenwirkungen sind drastisch. Als würde es nicht schon genügen, psychisch abhängig zu sein, verursachen die zugemischten Substanzen Körperschäden wie Krebs, Vergiftungen und Verbrennungen.

Wirkung:
Die Droge Crack kostet nicht nur ein Bruchteil des Kokains, sondern wirkt noch schneller und intensiver. Über die Lunge gelangt sein Wirkstoff viel schneller zu den Nervenzellen des Gehirns, als über die Nasenschleimhäute geschnupftes Kokain. Crack kann selbst Erstkonsumenten psychologisch und körperlich abhängig machen. Es manipuliert, wie alle anderen Drogen auch, das zentrale Nervensystem. Die Wirkstoffe gelangen über die Lungen, Schleimhäute oder direkt über das Blut ins Gehirn und lösen dort vom eigenen Organismus nicht mehr kontrollierbare chemische Prozesse aus. Stimulierende Drogen, und dazu gehört auch Crack, provozieren die Ausschüttung einer Überdosis des Glückshormons Dopamin.

Folgen:
Unmittelbare Folgen der Drogeneinnahme sind Euphorie, Allmachtgedanken, Selbstüberschätzung und Hemmungslosigkeit. Der Suchtkranke befindet sich in einem Delirium. Wünsche, aber auch Ängste, werden wach. Vor allem der Drang zum Sex und die Aggressionsneigungen nehmen zu. Angstzustände zeigen sich am Zittern oder Zucken bis hin zu schizophrenem Verfolgungswahn. Der Flash endet so abrupt, wie er beginnt und mündet in eine tiefe Depression und dem Drang, eine weitere Dosis des Suchtmittels zu nehmen. Die Gefühlswechsel, die der Süchtige im Abstand von wenigen Minuten erleidet, werden von starken Schwankungen im Herzrhythmus begleitet. Während der Hochphase schnellt die Herzfrequenz in die Höhe, während sie in der Depressionsphase stark abfällt. Der Körper wird dabei aufs Äußerste beansprucht und verschleißt exponentiell. Der Süchtige hat mit gesundheitlichen Folgen durch seine Drogeneinnahme zu rechnen. Mittelfristig kommt es zu einem sehr schnellen körperlichen und seelischen Verfall, schweren Herz-Kreislauf-Störungen, Abmagerung, Zahnausfall durch Kalziumentzug und Schizophrenie ähnlichen Zuständen. Langfristig bewirkt Crack nicht nur eine physische und psychische Abhängigkeit, sondern auch Halluzinationen und dauerhaften Verfolgungswahn. Überdosen können zum Herzstillstand mit Todesfolge führen.

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About The Author

Matthias Bergmann ist Eisenhütteningenieur und lebt seit 1994 in Brasilien. Neben seiner Tätigkeit in der brasilianischen Eisenerzindustrie unterstützt er ehrenamtlich ein von ihm initiiertes Kinderhilfsprojekt in einer der größten Favelas der Millionenstadt Belo Horizonte.

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